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Kritiken - Deutsch

FAZ, 7.09.1988
ARD, 11.09.1988

DER TAGESSPIEGEL, 18.09.1988

SONNTAGSGRUSS, 7.1989

Gottinger Woche, 10.02.89

LA NUOVA, 11.19.1992
Variety, 21.12.1992

Pogrom Nr169, 02-03 1993

Film & Fernsehen, 5.93

FILM UND FERNSEHEN, 5.93

Filmwarts, 9.1993

Film-Dienst, 10.1993

BZ, 04.11.1993

BZ/66, 04.11.1993

Journal Frankfurt 5-18.11.1993

Berliner Morgenpost, 5.11.1993

Die Tageszeitung, 5.11.1993

FAZ, 12.11.1993

HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG, 13.11.1993

Berliner Zeitung, 18.11.1993

REINISCHE POST, 19.11.1993

Der Tagesspiegel, 23.11.1993

Neues Deutschland, 25.11.1993

EPD Film, 1.1994

ADK, 3.1994

Sueddeutsche Zeitung, 17.03.1994

AZ feuilleton, 17.03.1994

Bielefeldes Stadtblatt, 23.02.95

Cinema Nouveau
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Gottinger Woche 10.02.89

BODO SCHÖNFELDER

Ein Festival für den Nachwuchs

Zehn Jahre Max-Ophüls-Preis

 

"Vom 24. bis 29. Januar fand in Saarbrücken zum zehnten Mal das Filmfestival für den Max-Ophüls-Preis statt. Nach anfänglichen Problemen hat es sich mit seinem Wettbewerb als das bundesdeutsche Festival für den deutschsprachigen Nachwuchsfilm durchge­setzt. Beim diesjährigen Ju­biläum wurde dies von ca. 20.000 Zuschauern hono­riert, 300 Akkreditierungen waren auch Rekord - die Veranstaltung platzte aus allen Nähten. Da machte sich leider das Fehlen einer Infrastruktur für ein Großfestival bemerkbar. Es gibt keine richtigen Festivallokale, in denen man vernünftig miteinander reden könnte. Der Treffpunkt Lolas Bistro, dieses Jahr aus Kapazitätsgründen in das Foyer der Stadthalle verlegt - zu kalt für Atmosphäre. Filmemacher wurden schlecht oderiert, talk-showähnlich platt und effekthascherisch vorgestellt.

Kaum jemand hörte zu, dazu war es auch zu laut. Verbesserungswürdig auch die Vorführtechnik in den Kinos - einiges liegt im Argen, was die Veranstalter bei einem weiteren Anwachsen des Fe­stivals dringend beheben müssten.

Die Preisverleihung glich anderen Veranstaltungen dieser Art. Fernsehmoderatoren mit nichts-wissen-wollenden Fragen, Schau­fensterreden von Prominenten. Der größte Teil des Publikums bei der Preisverleihung hatte wohl keinen einzigen der Filme gesehen. Die Publicityveranstaltung um Robert van Ackeren, von dem eine Werkschau im Rahmenprogramm lief, ge­hörte zum peinlichsten, wo­bei van Ackeren den dümmlichen Fragen der Journali­sten in nichts nachstand. "Ich finde für mich die Art und Weise wichtig, wie ich Filme mache, war eine seiner lichtvolleren Ausführungen.

Diese Kritik, so notwendig sie auch ist, bezieht sich nicht auf das Eigentliche des Max-Ophüls-Preises, die Auseinandersetzung mit den Filmen. Auch wenn das Ge­samtniveau niedriger war als in den vorangegangenen Jahren, gab es ausreichend Wichtiges zu entdecken. Und schließlich ist eine Festivalleitung nicht für die Qualität aller produzierten Filme verantwortlich.

Komitas, der Eröffnungsfilm von Don Askarjan, setzte einen Maßstab, an dem sich die folgenden Filme messen lassen mußten. Nur die wenigsten hielten dem Vergleich stand. In langen, ausgeklügelten Fahrten widmet sich der Film dem armenischen Mönch und Komponisten Komitas, der 1915 nach dem Völkermord an seinem Volk verstummte und aufhörte zu komponieren. Die letzten 20 Jahre seines Lebens verbrachte er in Ncrvenkliniken. Im Film ist Komitas der Beobachter und Wanderer in der Welt der armenischen Kultur und beim Genopzid. Tableuartige Bilder stellen stark verschlüsselt und ex­trem stilisiert Ausschnitte der armenischen Kultur und des Leidens des armeni­schen Volkes vor. Dazwi­schen Szenen in den Heilan­stalten und bei Freunden und Verwandten. Die langen Kamerafahrten verändern nachvollziehbar die Komposition der Tableaus, heben neue Details hervor. Ein Reichtum der Bilder entfal­tet sich, eine melancholische Stimmung und Trauer durchzieht den Film, der den zwei Millionen ermordeten Armeniern gewidmet ist. In Armenisch gedreht, kam der Film wohl nur als Westberliner Produktion in den Wettbewerb, allein der kirchlichen Jura war er einen Preis wert.

BODO SCHÖNFELDER