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| Kritiken - Deutsch | |
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ARD (first programm of West-German TV). 11.09.1988
"Komitas" - heißt der Film des Armeniers Don
Askarjan. Eine intuitive, keine historische Biographien, eine Fantasmagorie über diesen Mann, seine innere
Emigration, seine traumatische Erinnerungen. Der Regisseur Askarjan lebt
heute in Berlin. Drei Jahre hat er an dem Film gearbeitet. D. Askarjan:
"Komitas bedeutet für jeden Armenier das Ganze: es ist die
Geschichte Armeniens, es ist Schmerz Armeniens und Genialität
Armeniens, und das ist die Grausamkeit der armenischen Geschichte. In
diesem Menschen verkörperten sich alle diese Bestandteile der armenischen
Zivilisation. Deswegen ist durch "Komitas" die armenische
Problematik bestimmt angesprochen". Visionen vom Völkermord an den Armenier durchziehen den Film, symbolisch
verschlüßelt und immer nur behutsam angedeutet. Die Kamera versänkt
sich in Landschaften, Mauern, Steine, Wasser, in sorgsam komponierte
Arrangements... ... Lange Einstellungen, eine meditative Intensität, Stillleben des Verfalls und der Resignation. Der Film ist voll feierlicher Ruhe und Melancholie. "Nicht ich bin der Autor dieses Films" sagt Don Askarjan "seine Autoren sind 2 Millionen ermordeter Armenier". Ihnen hat er den Film gewidmet. Christliche Ikonographie, armenische Mythologie und biographische Details der Titelfigur verbindet Askarjan zu spröden, eindringlichen Bildern. Er beklagt nicht nur die Ausrottung Armenier, sondern huldigt der Schönheit ihrer Heimat, dem Reichtum ihrer Traditionen. Doch beherrschend bleibt der Gestus der Trauer über den Untergang eines Volkes und einer Kultur, über den verstummten Sänger Komitas. |