F NEWS-Pressemitteilung Berlin, 09.September 2003

 

Askarian Film

Berlin, 12.September 2003
 

Pressemitteilung

Wir möchten Sie auf die Filmreihe des international renommierten, deutsch-armenischen (inzwischen auch russisch-holländischen) Regisseurs, Autors und Fotografen Don Askarian aufmerksam machen, die im Rahmen der Europe 2003 in der Woche von 9.10.2003 bis 15.10.2003 in den Berliner Kinos NEUE KANT KINOS in Charlottenburg und ACUD in Mitte gezeigt wird. Filme laufen parallel auch in
 

  - Karlsruhe, Kinemathek. „Paradjanov“, „Komitas“, „Avetik“ (17.09. – 30.10.03,)
  - Yerevan, Armenien: Werkschau und Photoausstellung im Kino „Nairi“ (11.10. bis 23.10.03)
  - Retrospektive aus 7 Filmen im 1. Programm des armenischen Fernsehens (23.09.-12.12.03)
  - Hull, England „Paradjanov“ Short Film Festival (15.10.-19.10.03)

 

Cinedays Europe 2003 sind eine Initiative der Europäischen Kommission und ihrer Generaldirektion "Bildung und Kultur", in deren Mittelpunkt der europäische Film steht. Zwei Wochen lang im Oktober finden in allen europäischen Ländern Filmveranstaltungen statt.

 

Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass die Deutschlandpremieren der Filme „An der alten römischen Strasse“ am 10.10.2003 um 20:00 Uhr in den Neuen Kant Kinos, wie auch „Musiker“ (9.10., 20 Uhr) und „Parajanov“ (10.10., 20 Uhr) im Acud Kino stattfinden werden.


Zu den Pressevorführungen von „An der alten römischen Straße“ und dem anschließendem Presse Konferenz am 02.10.2003 um 10:30 Uhr in den Neuen Kant Kinos, Kantstr. 54, Charlottenburg und von „Musiker“ und „An der alten römischen Strasse“ am 16.09.03 um 13.30 Uhr im Acud Kino, Veteranenstr. 21, Berlin Mitte, möchten wir Sie herzlich einladen.
 

Don Askarian ist erst kürzlich vom Harvard Film Archive mit einer Retrospektive und vom Art Film Festival mit der Goldenen Kamera für sein Lebenswerk geehrt worden. Er gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Filmemacher und lebt seit den 80’er Jahren in Deutschland, wo ein Teil seiner Filme produziert wird. In den letzten Jahren arbeitet er in Holland und Armenien, wo er eigene Filmproduktionsfirmen gegründet hat.

 

Die folgenden Filme werden gezeigt:

 

  Der Bär
(Spielfilm) 16 mm, Farbe, 58 Min, Deutschland, 1984
 

 

Komitas
(Spielfilm) 35 mm, 1:1.66, 96 Min, Farbe und s/w, Deutschland, 1988
 

 

Berg Karabach
(Dokumentation) Video, 60 Min, Farbe und s/w, Deutschland, 1988
 

 

Avetik
(Spielfilm) 35 mm, 1:1.66, 84 Min, Farbe, Deutschland/ Armenien, 1992
 

 

Paradjanov
(Dokumentation) 16 mm, BETA SP, 60 Min, Farbe, Holland/Deutschland/Armenien, 1998
 

 

Musiker
(Dokumentation) BETA SP, 76 Min, Holland/Deutschland/Armenia, 2000
 

 

Auf der alten römischen Strasse
(Spielfilm) 35mm, 1:1.66, 76 Min, Holland/Deutschland/Armenia, 2001

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Parallel zur der Filmreihe präsentieren die Neuen Kant Kinos eine Foto-Ausstellung von Don Askarian. Die Eröffnung findet am 10.10.2003 anlässlich der Premiere von „An der alten römischen Strasse“ um 20:00 Uhr im Foyer der Neuen Kant Kinos statt. Es werden Fotografien ausgestellt, die Einblick in das fotografische und filmische Werk von Don Askarian vermitteln.

 

Ausstellungen der Fotografien Don Askarians wurden bereits in Tokio, Armenien, Berlin und im Filmmuseum Potsdam gezeigt. Im Rahmen des Art Film Festivals in der Slovakei 2003 wurde ihm für seine Photographien die Goldene Ehrennadel verliehen.


 

Informationen über Don Askarian und seine Arbeit


Don Askarian wurde 1949 in Stepanakert, Berg Karabach, geboren. 1967 ging er nach Moskau, und studierte dort Geschichte und Kunst. Danach arbeitete er ein Jahr als Regieassistent und Filmkritiker. 1975 – 1977 im Gefängnis wegen Verweigerung des Militärdienstes in der Roten Armee. 1978 emigrierte er aus der UdSSR. Die letzten 20 Jahre lebt und arbeitet er in Deutschland. Er ist Preisträger bei mehreren internationalen Filmfestivals. Don Askarian ist wahrscheinlich der einzige Filmregisseur aus Armenien, dessen Filme in Deutschland, Japan, Holland, England, Griechenland, Schweiz, Belgien, Armenien professionell verliehen und verkauft worden sind. 1996 wurde Don Askarians Buch „Das Gefährliche Licht“ veröffentlicht.

 


Unter den Ikonen des Kinos seit Tarkowskij die rätselhaftesten und schönsten.
(Peter W. Jansen)


Es wird immer deutlicher, wie recht Hans Werner Dannowski hatte, als er schrieb: „Es wird seine Zeit brauchen, bis wir merken, dass wir mit Don Askarian einen der bedeutendsten Filmemacher in unserer Mitte haben. Seine Filme werden sich die Zeit nehmen, die sie brauchen. Am Ende werden die Filme dann doch ihren Erfolg nicht mit der Lüge und der Anpassung, sondern mit der Wahrheit haben.“

Über die frühen Filme schreibt der Filmkritiker Peter W. Jansen: „Ähnlich wie Komitas ist Avetik ein fast stummer Film. Die Darsteller wirken wie Figuren auf gotischen Ikonen.“ Und so bezeichnet Jansen den armenischen Regisseur als „Ikonenmaler“, dessen Bildsprache zutiefst christlich und heidnisch in einem sei.

In seinen Filmen kreiert Don Askarian Bewegungsbilder mit äußerster Präzision. Filmemachen ist für ihn nicht pseudo-künstlerischer, chaotischer Prozess, sondern eine genaue Umsetzung der Realität in Filmbilder. Don Askarian: „Die Arbeit eines Künstlers kann präziser sein als die eines Physikers!“, denn alles auf der Leinwand abgebildete entwickelt sein eigenes Leben: „Für das Leben unbedeutende Dinge können in der eigenständigen Welt des Kinematografischen eine ungeheuere, fast atomare Kraft bekommen.“
 


Das Harvard Film Archive:
„Don Askarian, der bedeutendste Filmemacher armenischer Abstammung seit Sergej Paradjanov, hat eine Reihe von Filmen geschaffen, die die Geschichte und den Geist des Landes seiner Geburt erkunden. Er tut dies in einer zeitgemäßen Ausdrucksweise, die von surrealistischen Beiklängen und einer mächtigen Bildhaftigkeit durchzogen ist, - oft als magischer Realismus bezeichnet- die die Extreme von Schönheit und Brutalität umgreift“.

 

 

DIE FILME
 

Der Bär

 

Technische Daten: 16 mm, Farbe, 58 min, Deutschland, 1984.
Basiert auf: Tschechows Stück "Der Bär".
Drehbuch und Regie: Don Askarian.
Produziert von: Don Askarian und Margarita Woskanian.
Ausstrahlungen: im deutschen Fernsehen (ARD, SFB).
Kopien: in Deutsch und Englisch.

 

Eines Tages fordert der Gutsherr Smirnov die Witwe Popova auf alte Schulden zu begleichen, die ihr Ehemann hinterlassen hat. Sie hat kein Geld in ihrem Haus, und bittet Smirnov um einen Aufschub. Die anfangs höfliche Unterhaltung ufert schnell in einen Streit aus. Popova holt ihre Pistolen hervor. Smirnov realisiert plötzlich, dass er in Popova verliebt ist, und gesteht ihr seine Liebe.

 

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Komitas

 

Technische Daten: 35 mm, 1:1.66, 96 min, Farbe und s/w, Deutschland, 1988.
Drehbuch und Regie: Don Askarian
Produziert von: Don Askarian und Margarita Woskanian mit WDR, SFB, Channel Four, RTBF, RTSR, FFA, FKT, K.j.d.F., Alex Manugian Cultural Fund.
Verleih und Ausstrahlungen: in Deutschland, Japan, Frankreich, England, Belgien, Holland, Griechenland, Armenien, und der Schweiz...
Preise: Interfilm-Jury-Preis - Max-Ophüls-Preis Fest.'89; 6 Gold-Medaillen- Filmfestival Venedig '88; Preisgewinner beim Riga Filmfestival '90.
Kopien: in Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Holländisch und Japanisch.

 

Der Mönch Soghomon Soghomonian, auch bekannt als Komitas, ein berühmter armenischer Komponist und Dirigent, ist durch seine Orchester- und Choraufführungen und seine Reisen gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch das ganze Land, auf denen er Lieder der Bauern für Generationen sammelte, um ihr kulturelles Erbe zu erhalten, zu einem Symbol für die armenische kulturelle Einheit geworden. Dennoch endete seine musikalische Karriere abrupt nach einem Nervenzusammenbruch, der hervorgerufen wurde  durch die  Vernichtung  von schätzungsweise  ¾  der  armenischen Bevölkerung

durch das Osmanische Reich. Geplagt von Schmerzen, und Misshandlungen, denen er in den Nervenkliniken des 19. Jahrhundert ausgeliefert ist, verliert Komitas sein Gedächtnis und zieht sich für mehr als zwanzig Jahre in seine Welt zurück, die durchzogen ist von quälenden Erinnerungen. Don Askarian hat dieses bewundernswert konstruierte, anspruchsvolle und impressionistische Portrait von Komitas denen gewidmet, die ihr Leben verloren haben. Harvard Film Archive, 2002

 

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Avetik

 

Technische Daten: 35 mm, 1:1.66, 84 min, Farbe, Deutschland, 1992.
Drehbuch, Regie, Schnitt, Ausstattung: Don Askarian.
Produziert von: Don Askarian und Margarita Woskanian in Ko-produktion mit NDR (Deutschland) und FIAF (Armenien) mit Unterstützung von Filmbüro NW, (Deutschland).
Verleih und Ausstrahlungen: in Deutschland, Japan, Holland, Armenien…
Preise: "Special Prize of Int. Filmfest." in Mannheim'92; "Hubert Bals Fund's Support" -Rotterdam'93; "Main Prize for best direction "Fugueira da Foz'93"..."Avetik" wurde von mehreren Filmkritikern als der beste Film des Jahres 1993 bezeichnet.
Kopien: in Armenisch, Deutsch, Italienisch, Niederländisch, und Japanisch.

 

 

Zwischen den Sphären der Poesie und Geschichte schwebend, verbindet dieser erstaunlich gefilmte, elegische Film –meist in langen Einstellungen gedreht- kryptische Metaphern mit fantastischem Symbolismus, um die Geschichte von Avetik, einem im Berliner Exil lebenden Filmemacher, zu erzählen. […] In sinnlichen, lyrischen tableaux, erforscht Askarian Rassismus in Deutschland, den armenischen Genozid von 1915, das schreckliche Erdbeben von 1989, ruhige Kindheitserinnerungen und Bilder, die von erotischer mittelalterlicher Poesie inspiriert sind. Harvard Film Archive, 2002

 

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Paradjanov

 

Technische Daten: 16 mm, BETA SP, 60 min, Farbe, 1998.
Drehbuch, Regie, Schnitt, Ausstattung: Don Askarian.
Produziert von: Don Film in Koproduktion mit Margarita Woskanian und ZDF-ARTE, 1998.
Sprachfassung: Russisch mit englischen und deutschen Untertiteln.

 

Unter Verwendung von Archiv-Filmmaterial, Interview Fragmenten und Szenen aus seinen Filmen wurde das neuartig konstruierte Portrait von Sergej Paradjanov von dem hochbegabten armenischen Regisseur Don Askarian entworfen. „Wir schreiben das Jahr 1989. Der Ort: Das Film Festival in Rotterdam. Abschied am Hilton Hotel. Und Paradjanov sagt: ‘Hilf mir „Die Beichte“ zu drehen.’ Ich antworte: ‘Als ein Kind zweier Väter, wird der Film als Bastard geboren.’“ Harvard Film Archive, 2002

 

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Die Musiker

 

Technische Daten: BETA SP, 76 min, 2000.
Drehbuch, Regie, Schnitt, Ausstattung: Don Askarian
Produziert von: Don Film Produktion in Koproduktion mit Askarian Film, Film 21 und ZDF-3sat

 

Musiker verdienen ihr Geld auf den Straßen von der armenischen Hauptstadt Eriwan, die Seiltänzer tanzen vor dem alten Kloster Khor-Virap. Ihre Improvisationen erscheinen wie ein poetischer Spiegel für die psychologische Empfindlichkeit der Armenier.

 

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An der alten römischen Straße

 

Technische Daten: 35 mm, 76 min, 2001
Drehbuch, Regie, Schnitt, Ausstattung: Don Askarian.
Produziert von: Don Film Produktion in Koproduktion mit De Productie Rotterdam, Askarian Film, Film 21,WDR

 

Levon, ein armenischer Emigrant in Rotterdam, erinnert sich an seine Kindheit in der Türkei: Liebe und politische Brutalität. Eine blutige Komödie. Ein moderner Krimi über armenische Terroristen, türkische Geheimagenten und die kurdische Tragödie.

 

 

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Z. Zeit beendet er den abendfüllenden Spielfilm: San-Lazzaro

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